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Heinrich Caroli (Abb.1)

Heinrich Caroli (Abb. 1) übernimmt 1849 das väterliche Sattlergeschäft in Lahr und gründet mit 5 Mitarbeitern eine Bruchbandfabrikation. Über 19 Jahre hinweg schenkt ihm sein Frau 11 Kinder, von denen 7 Söhne überleben. Kurz darauf stirbt er durch eine Explosion bei der Erprobung von Lack für Bruchbandfedern, seine Witwe muss mit dem ältestem Sohn Heinrich (Abb. 2) und einem Gesellen die Firma weiter führen.

1890 hat das gut florierende Unternehmen bereits 40 Mitarbeiter, dazu als Direktvertrieb ein Sanitätshaus.

Heinrich Caroli (Abb.2)

1896 übergibt Heinrich das Sanitätshaus an seinen Bruder Max, die Fabrikation zieht in die Tiergartenmühlgasse um, wo sie sich noch heute befindet.

Um 1900 sind es schon 120 Mitarbeiter, darunter die sechs Brüder des Inhabers. Das Programm umfasst Bruchbänder, Leibbinden, Geradehalter, Suspensorien und Senkfußeinlagen. Gleichzeitig entstehen Filialbetriebe zur Suspensorienherstellung in Bühl und Kippenheim sowie in Berlin; sie wurden jedoch nach Kapazitätserweiterung im Stammwerk (auf 140 Mitarbeiter) wieder geschlossen.

Erich Caroli (Abb.3)

Erich Caroli (Abb. 3) übernimmt 1920 die Firma von seinem Vater und heiratet Paula Breidenbruch, die ihm einen Sohn Hans schenkt. Ihre Familie besitzt eine Bruchbandfedernfabrik in Solingen, bald darauf wird mit dieser Hilfe eine eigene Bruchbandfedernfertigung in den Firmenräumen installiert.

1923 werden Gummigurt-Bruchbänder, Einlagen „Tourist“, Handgelenkbandagen, Büstenhalter und Schwebeapparate neu in das Programm aufgenommen.

Paula Caroli (Abb.4)

Erich Caroli stirbt früh (zwei seiner drei Brüder sind ebenfalls bereits verstorben), seine Witwe Paula (Abb. 4) führt das Unternehmen mit zwei Prokuristen weiter. Unter ihr wird die Handelsmarke „Gemskopf“ (höchste Qualität: Gemsleder!) eingeführt.

1931 erhält das Abso-Bruchband ein DRP und ein USA-Patent, kurz darauf werden Korsetts (Corselets) in das Programm aufgenommen, bald kommen auch die ersten „Anus-Praeter“ - Bandagen (Colostomieversorgung) hinzu.

Hans Caroli (Abb.5)

Nach dem Tod von Paula Caroli wird ihr Sohn Hans (Abb. 5) mit 17 Jahren Firmeninhaber (unter Vormundschaft), fällt aber bereits 1941 (mit 20 Jahren) im Russland - Feldzug.

Nach Kriegsende wird der Fabrik durch die Erben in „Heinrich Caroli KG“ umfirmiert, mit Beteiligungen bis zu einem Achtel. Geschäftsführende Gesellschafter werden der Bruder von Erich, Camill Caroli sen. (Orthopädiemechaniker) sowie der Bruder von Paula, Eugen Breidenbruch (Kaufmann in Solingen).

Camill Caroli sen. stirbt 1961, sein Sohn Camill Caroli jun. (Bandagistenmeister) übernimmt die Nachfolge als Komplementär.

1962 entsteht das heutige Firmenzeichen, die Handelsmarke Gemskopf fällt weg.

Camill Caroli (Abb.6)

Anfang der 60er Jahre erfindet Camill Caroli (Abb. 6) verschiedene Anus-Praeter-Bandagen mit Wegwerfbeuteln, diese patentierten Bandagen erzielen große Erfolge. Durch Rationalisierung der Fertigungsabläufe und Einführung neuer, auf die speziellen Bedürfnisse angepasster Maschinen kann Camill den Personalstand auf unter 100 Mitarbeiter absenken.

1977 beginnt eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Eichler aus der Orth. Landesklinik Wiesbaden (Fußhebeschiene, Halskrawatte, Rückenstützbandage, Quengelschienen etc.), die bis heute anhält.

Heinrich Caroli (Abb.7)

Heinrich Caroli (Abb. 7) übernimmt 1979 die Nachfolge seines Vaters als Geschäftsführender Gesellschafter. Er erwirbt über Jahre hinweg die Mitbewerber Fa. Stubenrauch (Bandagenfabrik in Mainz), die Bruchbandfertigung der Fa. Teufel (Stuttgart) sowie die Fa. Genz + Hoffmann (Bandagenfabrik in Wuppertal), nach und nach auch die Gesellschaftsanteile der KG.

1984 erfindet Horst Müller, der Leiter der Metallabteilung, eine orthopädische Schiene mit Schneckentrieb. Durch stetigen Ausbau des Programms unter verschiedenen Schutzrechten stellt sich in dieser Sparte großer Erfolg ein.

Zum 1. Januar 1999 scheidet die letzte Kommanditistin aus, die Kommanditgesellschaft wird aufgelöst. Das Unternehmen firmiert zukünftig unter „Heinrich Caroli e.K., Bandagenfabrik“ (wieder eine Einzelfirma), man feiert das 150-jährige Jubiläum.